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Multitasking

Natürlich kann ich mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Mit Baby hab ich das gelernt, mehr als je zuvor. Alle Eltern, oder? Doch als ich vergangene Woche den Post einer frisch gebackenen 2-fach Mami las und dann auch noch einen Vortrag zum Thema Multitasking hörte, musste ich da noch einmal genau drüber nachdenken.

Im Post stand sinngemäß „Diese paar Sekunden Ruhe, wenn man nach dem Anschnallen der Kinder hinten die Türe schließt und dann ums Auto herum geht zur Fahrertür“. Ich glaube, es hieß sogar „…die paar Sekunden Urlaub…“. Und ich musste schmunzeln und innerlich zustimmend lächeln. Und gleichzeitig ein Seufzer, wie anstrengend das sein kann. So viele Dinge parallel, im Kopf und im Tun. Und dann der Vortrag, der mir irgendwie ganz deutlich klar machte, dass dieses Multitasking wohl wirklich nicht funktioniert.

Ich ärgere mich, dass ich so viele angefangene Dinge nicht direkt fertig machen kann, weil etwas anderes plötzlich wichtiger sein muss. Da mit halben Ohr nach den Großen im Garten draußen gelauscht, ob alles ok ist. Da das kleine Geschwisterchen, mit dem ich spielen möchte. Da der Haushalt. Und wollte ich nicht dringend telefonieren? Habe ich ja gestern und vorgestern schon nicht geschafft. Teilweise fühlt es sich so an, als mache ich wenige Dinge mit Verstand und Herz gleichzeitig bei einer Sache. Manchmal dann die Erleichterung, wenigstens eine Sache begonnen zu haben. Aber gerade das Spielen mit den Kindern zu unterbrechen, macht mich immer wieder unzufrieden. Und schneller? Keine der Sachen geht nur irgendwie schneller, auch wenn ich sie angefangen habe.

Und da ich mit diesen gleichzeitigen Dingen eh insgesamt nicht schneller bin, habe ich beschlossen, eins nach dem anderen zu machen. Möglichst auch bis zum Ende. Das war ein guter Plan. Bis zum Abend am gleichen Tag. Schnell noch anrufen und der Oma zum Geburtstag gratulieren, parallel Kräuter im Garten für den Salat schneiden und dann auch noch dem Kleinen, der in der Zwischenzeit schon mehrfach nach mir rief, mitten im Telefonat (der Oma ins Wort fallend) zu antworten, dass ich gleich beim ihm sein werde.

Ok, eine erste Ausnahme. Morgen starte ich einen neuen Versuch.